Sagenhaft: 10 Jahre HochX!

Das HochX feiert im Oktober 2026 sein zehnjähriges Bestehen! Seit der Eröffnung im Herbst 2016 hat sich das Haus als eine der wichtigsten Spielstätten für freien Tanz, Theater und Performance im süddeutschen Raum etabliert. Das HochX hat den freien darstellenden Künsten aus München lokal, überregional und international Sichtbarkeit verliehen und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für Künstler*innen vor Ort nachhaltig verbessert.

Mit seinem Profil schließt das HochX eine strukturelle Lücke in der Münchner Kulturlandschaft: Anders als Städte wie Berlin oder Hamburg verfügt München über kein großes freies Produktionshaus. Das HochX übernimmt diese Funktion im Kleinen und baut sie konsequent aus.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Haus künstlerisch, organisatorisch und personell stetig weiterentwickelt. Durch die Optimierung der räumlichen und technischen Infrastruktur verbessert das HochX die Produktionsbedingungen für die freie Szene in München und eröffnet Raum für neue künstlerische Ansätze und Arbeitsweisen.

Dieses Engagement findet auch bundesweit Anerkennung: 2021 wurde das HochX mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Zudem wurde dem HochX nun dauerhaft das rodeo Festival übertragen, die zentrale Plattform der Münchner freien Tanz- und Theaterszene.

Hier findest Du einen Überblick über die Meilensteine der 10 Jahre HochX!

Veranstaltungen

10Hoch10 Bling Bling: Die große Jubiläumssause

Das HochX wird 10 Jahre alt! Und das muss gefeiert werden: mit einem Programm voller Glamour, dunklem Humor und guter Laune. Mit Weggefährt*innen, Verbündeten, Freund*innen und Herzensmenschen – und natürlich mit Euch, unserem Publikum. Am 17. Oktober ab 19 Uhr verwandelt sich das Haus in eine schicke Feierbude mit reichlich Sektchen und Schlemmerbuffet. Für den spielerischen Glanz sorgt das Performance-Amuse-Gueule bonappétitsixsixsix des amerikanisch-österreichischen Künstlers Alex Franz Zehetbauer, gefolgt von pompösen Beats des Live-Acts Wildes. Und zum fulminanten DJ* PartySet von BiMän tanzen wir, bis die Vögelchen über der Entenbachstraße zu singen beginnen. Das wird ein Fest!

17.10. | 19 Uhr
Eintritt frei

Für bonappétitsixsixsix von Alex Franz Zehetbauer gibt es ein begrenztes Ticketkontingent. Schnell hier eine Freikarte sichern! Konzert und Party im Anschluss sind kostenlos und ohne Anmeldung.

10 Jahre HochX im Überblick

Aufbruch und Neuanfang (2015/16)

Der Start des HochX war von Beginn an außergewöhnlich. Nachdem wir als Team – bestehend aus Benno Heisel, Ulrich Eisenhofer, Ute Gröbel und Susanne Weinzierl – im Sommer 2015 die Zusage für die Übernahme der Spielstätte in der Entenbachstr. erhalten hatten, mussten wir innerhalb kürzester Zeit nicht nur ein Betriebskonzept entwickeln, ein künstlerisches Programm entwerfen und eine neue Corporate Identity aufbauen, sondern – völlig unerwartet – auch das gesamte Haus grundlegend renovieren. Trotz dieses turbulenten Starts konnte das HochX am 16. September 2016 feierlich eröffnet werden: mit Produktionen von lost:yesterdays und Clara Hinterberger, einem Konzert von Joasihno sowie einem rauschenden Eröffnungsfest.

Die ersten Spielzeiten: Vielfalt, Kooperationen und Wachstum (2016–2019)

Die erste Spielzeit 2016/17 stand ganz im Zeichen der Vielfalt. Unser Ziel war es, die Bandbreite der freien Münchner Theaterszene sichtbar zu machen und möglichst vielen unterschiedlichen Künstler*innen eine Bühne zu bieten. Zu den ersten großen Erfolgen zählte Karen Breeces Produktion don’t forget to die. Gleichzeitig fanden mit dem Rodeo-Festival unter der Leitung von Sarah Israel sowie dem Freischwimmer-Festival zwei wichtige Festivals im HochX statt.

Bereits in der zweiten Spielzeit 2017/18 entstanden zahlreiche Kooperationen, die bis heute prägend für das Haus sind. Künstlerinnen und Gruppen wie Emre Akal, die Münchner Theatertexter*innen, Ceren Oran, das O-Team, das ICI Ensemble oder Musik zum Anfassen wurden zu regelmäßigen Partnerinnen des HochX. Dank einer Mittelerhöhung konnten wir außerdem unser Team erweitern: Wolfgang „Wolfi“ Eibert übernahm die technische Leitung und modernisierte mit einem neuen Rigg und verbesserten Abläufen die technische Infrastruktur des Hauses erheblich. Ein weiterer Höhepunkt war das große HochX-Straßenfest, das mehr als 1.000 Besucherinnen in die Entenbachstraße lockte.

In der dritten Spielzeit 2018/19 übernahmen wir erstmals selbst die Trägerschaft des Rodeo-Festivals, wieder unter der Leitung von Sarah Israel. Gleichzeitig wuchs das Team weiter: Veronika Heinrich übernahm das Betriebsbüro und wurde 2021 von Tabea Hopmans abgelöst. Neue Reihen und Kooperationen bereicherten das Programm. Mit Explore Dance zog Fokus Tanz ins HochX ein, mit LIX entstand eine erfolgreiche Literaturreihe, und mit dem achtstündigen Binge-Watching-Marathon der Theaterserie Münchner Schichten verabschiedeten wir uns in die Sommerpause. Zudem verstärkte Antonia Beermann zunächst als Elternzeitvertretung, später dauerhaft als Nachfolgerin von Benno Heisel, die künstlerische Leitung.

Die vierte Spielzeit 2019/20 begann mit etlichen künstlerischen Höhepunkten: Das O-Team ließ am Mariahilfplatz spektakulär ein Auto in ein Toilettenhäuschen krachen, Emre Akal besetzte mit Ayşe X Staatstheater das HochX, Forced Entertainment waren im Rahmen von SPIELART zu Gast, und auch die Tanzplattform Deutschland konnte noch stattfinden. Kurz darauf veränderte die Corona-Pandemie jedoch alles: Im Frühjahr 2020 musste das Haus erstmals für drei Monate schließen.

Pandemie, digitale Formate und neue Perspektiven (2020–2022)

Nach einem kurzen Sommer mit Vorstellungen unter Pandemiebedingungen – darunter She Legend von Rykena/Jüngst sowie LIX im Park – folgte bereits im Herbst 2020 der zweite, deutlich längere Lockdown. Insgesamt blieb das HochX für siebeneinhalb Monate geschlossen.

Dennoch entstand in dieser Zeit Erstaunliches: Mehr als 80 digitale Formate wurden entwickelt – von Livestreams und Zoom-Performances bis hin zu Podcasts, insbesondere der Reihe KOPFKINO. Gleichzeitig konnten wir Fördermittel aus dem Programm NEUSTART KULTUR einwerben und damit sowohl Künstler*innen und Techniker*innen weiter beschäftigen als auch nachhaltig in unsere Infrastruktur investieren. Ein dritter Probenraum entstand in der Plattform, die Tanzausstattung wurde verbessert, eine Lüftungsanlage installiert und unsere Vermittlungsarbeit deutlich ausgebaut. Mit Charlotte Müller und später Anna Möhrle arbeiteten wir erstmals kontinuierlich mit einer Theaterpädagogin zusammen.

Ein besonderer Erfolg war die Einladung zum Berliner Theatertreffen: Scores That Shaped Our Friendship von Lucy Wilke und Paweł Duduś wurde im April 2021 im HochX aufgezeichnet und anschließend online beim Theatertreffen präsentiert.

Die Wiedereröffnung im Sommer 2021 war ein organisatorischer Kraftakt, da parallel Indoor- und Outdoor-Programme stattfanden. Mitten in dieser intensiven Phase erreichte uns die Nachricht, dass das HochX mit dem Theaterpreis des Bundes 2021 ausgezeichnet wurde. Die Jury würdigte insbesondere unsere Rolle „als Impulsgeber:in und wichtige:r Netzwerker:in für die Freie Szene, auf dem Weg zu einem Produktionshaus für München mit überregionaler Strahlkraft.“, so die Begründung.

Zur Eröffnung der sechsten Spielzeit 2021/22 präsentierten wir im Rahmen des SPIELART-Festivals mit The Drying Prayer des tschadischen Choreografen Taigué Ahmed unsere erste internationale Koproduktion. Obwohl die Pandemie langsam abklang, blieb der Theaterbetrieb schwierig: Krankheitsbedingte Ausfälle und zurückhaltendes Publikum führten dazu, dass wir das Haus im Dezember 2021 noch einmal freiwillig schließen mussten – glücklicherweise zum letzten Mal.

Neue Festivals, neues Team und neue Räume (2022–2023)

Während hinter den Kulissen bereits intensiv an neuen Projekten gearbeitet wurde, entstand eine Idee, die zunächst gar nicht geplant war: Aus der Kombination des Freischwimmen-Festivals mit dem Rodeo-Festival wurde Freischwimmen meets rodeo. Ursprünglich wollten wir lediglich Gastgeberin für Freischwimmen sein. Weil für das Rodeo-Festival kurzfristig eine neue Trägerschaft gesucht wurde, übernahmen wir schließlich beide Festivals und machten daraus ein gemeinsames Großprojekt – auch als Signal des Aufbruchs für die freie Szene nach der Pandemie.

Mit Unterstützung des Rat&Tat Kulturbüros, der Dramaturgin Sarah Israel sowie Fördermitteln aus dem Bundesprogramm Verbindungen fördern und der Landeshauptstadt München entstand unser bislang größtes Festivalprojekt. Parallel wuchs das Team weiter: Tabea Hopmans übernahm die Produktionsleitung, Pia Wiesner verantwortete erstmals Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dennis Schmidt wurde neuer technischer Leiter und Franzi Hanghofer verstärkte das Team. Da auch die räumlichen Kapazitäten nicht mehr ausreichten, mieteten wir das benachbarte Ladenlokal an und eröffneten in der Entenbachstraße 39 ein zweites Büro.

Die siebte Spielzeit 2022/23 begann schließlich mit dem erfolgreichen Doppel-Festival: 15 Produktionen, neun Festivaltage und rund 150 internationale Künstler*innen machten Freischwimmen meets rodeo zu einem großen Erfolg. Gleichzeitig entstanden neue künstlerische Partnerschaften, unter anderem mit Ines Hollinger, ZINADA sowie Rykena/Jüngst, die seitdem regelmäßig am HochX arbeiten. Mithilfe der Mittel aus Freischwimmen und dem Theaterpreis des Bundes konnten zudem Residenzprogramme aufgebaut werden, die internationalen Künstler*innen mehrwöchige Arbeitsaufenthalte am HochX ermöglichten. Gleichzeitig wurde jedoch bereits deutlich, dass diese zusätzlichen Fördermöglichkeiten nach der Pandemie wieder zurückgehen würden.

Kooperationen und neue Perspektiven (2023–2025)

Die achte Spielzeit 2023/24 stand im Zeichen neuer Kooperationen. Gemeinsam mit dem PATHOS Theater entwickelten wir die Gastspielreihe Split & Merge, außerdem beteiligten wir uns mit zwei Produktionen am Go Drag!-Festival. Parallel liefen die letzten Förderprogramme aus der Pandemiezeit aus, sodass die finanziellen Rahmenbedingungen wieder deutlich schwieriger wurden.

Auch das Programm für junges Publikum wurde weiter ausgebaut. Gemeinsam mit der Kinderbuchhandlung Kuckuck entstand die Familienlesereihe KuckuX, ergänzt durch regelmäßige Vermittlungsangebote für Bildungseinrichtungen.

Nach dem Erfolg von Freischwimmen meets rodeo bewarben wir uns um die Trägerschaft der Rodeo-Ausgaben 2024 und 2026 – mit Erfolg. Anna Donderer unterstützte fortan die dramaturgisch-kuratorische Arbeit, Lisa Risch und Sophie Thuma übernahmen die Produktionsleitung. Gleichzeitig entwickelten wir eine komplett neue Corporate Identity für das Festival.

Mit Beginn der neunten Spielzeit 2024/25 verstärkte Missi Ernst das Team im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und erlebte mit rodeo 2024 gleich ihr erstes Festival. Das Publikum begeisterte sich für radikales Cheerleading, neue Perspektiven auf Männlichkeit, das Nachtstück des O-Teams und zahlreiche Partys – und auch eine mobile Sauna durfte nicht fehlen.

Künstlerisch war die Spielzeit geprägt von Wiederbegegnungen und Neuentdeckungen: Benny Truong präsentierte Hörst du mich?, Lulu Obermayers Rachel & ich wurde zum Festival radikal jung eingeladen, Kolja Huneck errichtete gemeinsam mit Luuk Brantjes ein spektakuläres Zelt auf dem Mariahilfplatz, Oliver Zahn kehrte nach München zurück und erstmals zeigten Anna Konjetzky und Hannah Schillinger Neuproduktionen am HochX.

Gleichzeitig standen personelle Veränderungen bevor: Nach neun Jahren verabschiedete sich Susanne Weinzierl, Antonia Beermann ging in Elternzeit und wurde für sieben Monate von Anna Donderer vertreten. Sebastian Auer verstärkte das Team in der Probenraumverwaltung sowie in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Zehn Jahre HochX: Mit Erfahrung in die Zukunft (2025/26)

Zur zehnten Spielzeit stand schließlich fest: Das rodeo-Festival bleibt dauerhaft am HochX beheimatet. Die Vorbereitungen für die neue Ausgabe konnten auf ein eingespieltes Team bauen. Auch auf der Bühne gab es viele Höhepunkte: Gründungsmitglied Benno Heisel kehrte nach längerer Pause mit zwei eigenen Neuproduktionen zurück. Rykena/Jüngst präsentierten Stripping Bolero, das anschließend zum Impulse-Festival eingeladen wurde, und das O-Team wurde für Staub für den FAUST-Preis nominiert.

Hinter den Kulissen gab es auch Verstärkung: Harry De Lon und Klaus Pinternagel unterstützen nun Dennis Schmidt in der Technik.

Ausblick

Zehn Jahre nach der Eröffnung ist das HochX weit mehr als eine Spielstätte. Aus einem ambitionierten Neustart ist ein Haus geworden, das die freie Szene Münchens entscheidend mitprägt, nationale und internationale Kooperationen ermöglicht, neue künstlerische Formate entwickelt und immer wieder Räume für Begegnung, Austausch und Experimente schafft. Die vergangenen zehn Jahre waren geprägt von Aufbruch, Krisen, Wachstum und großer Begeisterung  – und sie bilden das Fundament für alles, was noch kommt.