Dreijahresförderung: Der taktische Körper / Tactical Body
Der taktische Körper
Eine alte Kampfstrategie: Der taktische Körper ist eine militärhistorische Bezeichnung für eine Gruppe von Kämpfer*innen, die im taktischen Einsatz als geschlossener Körper agieren. Die einzelne Kämpfer*in ist darin so integriert, dass sie keine eigenen Entscheidungen mehr über ihre Bewegung trifft. War diese Kampfstrategie eine Form radikaler Zusammenarbeit? Seit 2020 sitzen uniformierte Soldat*innen kostenfrei in Zügen. Wir begegnen ihnen bei Lidl an der Kasse in Brünn, auf dem Weg zur Post in Bratislava, an der Grenze zur Ukraine in der Slowakei. Sind das taktische Körper? Welche Körper sind heute fähig kollektiv, reaktiv und flexibel zu reagieren und radikal zusammenzuarbeiten? Gibt es eine Schnittmenge von künstlerischen und militärischen Strategien? Oder können wir von den militärischen Körpern etwas lernen, damit wir sie nicht mehr brauchen?
The Tactical Body
An ancient battle strategy: the tactical body is a term from military history for a group of fighters who act as a unified body in tactical operations. Individual fighters are integrated into this body to such an extent that they no longer make their own decisions about their movements. Was this battle strategy a form of radical cooperation? Since 2020, uniformed soldiers have been travelling on trains free of charge. We encounter them at the checkout at Lidl in Brno, on the way to the post office in Bratislava, at the Ukrainian border in Slovakia. Are these tactical bodies? Which bodies today are capable of responding collectively, reactively and flexibly, and of collaborating radically? Is there an intersection between artistic and military strategies? Or can we learn something from military bodies so that we no longer need them?
Den dreijährigen Produktionszyklus wollen wir, Caroline Kapp und Katarína Marková samt unserem Team, nutzen, um militärische Infrastrukturen und Verflechtungen zwischen Deutschland und Ländern östlich von Deutschland szenisch zu erforschen und sichtbar zu machen. Dafür eignen wir uns eine alte Kampfstrategie an und reisen für Videoaufnahmen und künstlerischen Austausch nach Tschechien, in die Slowakei bis zur NATO Ostflanke und in die Ukraine. Dies tun wir vor der Folie der europäischen Wiederaufrüstung und des laufenden Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine. Wir fragen uns, wer unser Privileg verteidigt nicht im Krieg sein zu müssen; wie sich die enormen Investitionen in die Waffenindustrie und die starken Kürzungen des Kulutretats und friedensstiftenden Maßnahmen auf die demokratischen Gemeinschaften auswirken werden und wie wir transnationale künstlerische Strategien entwickeln können, die den Krieg reflektieren und torpedieren.
We, that ist Caroline Kapp, Katarína Marková and team want to use the three-year production cycle to explore and visualise military infrastructures and interdependencies between Germany and countries east of Germany. To this end, we are adopting an old battle strategy and travelling to Czechia, Slovakia, the eastern flank of NATO and Ukraine for video recordings and artistic exchange. We are doing this against the backdrop of European rearmament and Russia’s ongoing war of aggression against Ukraine. We ask ourselves who defends our privilege of not having to be at war; how the enormous investments in the arms industry and the severe cuts in the culture budget and peace-building measures will affect democratic communities; and how we can develop transnational artistic strategies that reflect on and torpedo war.
Aktuell
29.1. | 30.1.2026
Wars – on the culture of war and the war of culture
Das Symposium Wars bringt internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen zusammen, um die Positionen der Performancekunst in Zeiten des größten europäischen Krieges seit dem Zweiten Weltkrieg und der Krise der liberalen Demokratie zu diskutieren. Das zweitägige Forum in München untersucht die ästhetischen, politischen und ethischen Dimensionen performativer Praktiken und kultureller Situationen in Europa vor dem Hintergrund der Invasion Russlands in die Ukraine. Diese steht in engem Zusammenhang mit autoritären Tendenzen in den demokratischen Ländern Europas wie der Slowakei, Ungarn und Polen, wo die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks Angriffen seitens der staatlichen Regierung ausgesetzt ist. Wie können wir angesichts der instabilen Lage im heutigen Europa wirksamen Widerstand leisten und widerstandsfähig bleiben? Ist es überhaupt möglich, sich auf einen Kampf vorzubereiten?
The Symposium WARS brings together international artists, academics and activists to discuss the positions of performance art in times of the largest European war since the Second World War and the crisis of liberal democracy. The two-day forum in Munich, Germany explores the aesthetic, political, and ethical dimensions of performative practices and cultural situations of Europe in the context of the full-scale invasion of Russia into Ukraine, which is strongly related to authoritarian tendencies in the democratic countries of Europe, like Slovakia, Hungary and Poland, where freedom of artistic expression faces attacks from the state government. How can we practice effective resistance and remain resilient in the face of unstable landscapes of contemporary Europe? Is it even possible to be prepared for a fight?
Programm und Infos hier / For program and more information click here
In Kooperation mit dem Bellevue di Monaco / In Cooperation with Bellevue di Monaco.
Geplant
Sommer 2026: Tactical Body in München
Mit dem gesammelten Material kehren wir nach München zurück und besuchen das Gebiet rund um den Bundesnachrichtendienst (BND) in Pullach wie auch die Bundeswehruniversität in Neubiberg. Aufgrund meines Arbeitsstipendiums der Stadt München 2024 ist die Recherche mit der Performerin Katarína Marková im Umland Münchens bereits in Planung. Wir durchstreifen das Neubiberger Gemeindegebiet rund um die Universität und fragen uns was es mit einer Gemeinde macht, wenn Soldat*innen durch ihre Straßen marschieren? Im Sommer 2024 spionieren wir diese kriegsvorbereitenden Maßnahmen und testen Techniken des Camouflierens, des Verschwindens in der Landschaft, im Boden, auf den Bäumen. Der Orientierungsmarsch als militärisches Tool, sich eine Landschaft zu erschließen, wird bei den Streifzügen als performatives Material überprüft und ad absurdum geführt. Die Videos junger Rekrut*innen des offiziellen Serienkanals der Bundeswehr ‘Bundeswehr Exclusive’ dienen hier zudem als Forschungsmaterial.
Nach Pullach zum BND bringt uns 2026 ein Fund aus dem deutschen Spionagemuseum: Die Spionage ist das älteste Gewerbe der Welt. Schon in Die Kunst des Krieges, des chinesischen Generals Sun Tzu, aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert, heißt es: „Spionageoperationen sind im Kriege von wesentlicher Bedeutung – Armeen verlassen sich auf sie, um sich in Bewegung zu setzen. Gute Spionage kann den Krieg verhindern“.
In einem Try-Out mit Publikum testen wir unser szenisches Material. Durch Hinweistafeln gelotst, bewegt es sich das Publikum vom Isartalbahnhof durch den Wald Richtung BND. Es wird selbst zum Spion, beobachtet performative Interventionen im Dickicht und gelangt an einen Schauplatz, an dem der taktische Körper sich eingerichtet hat. Dort wird ein Film abgespielt, der das Videomaterial aus Brünn und anderorts zeigt, die Performerinnen vertonen den Film live.
2027: Tactical Body zurück in München
Am Ende unserer dreijährigen Projektphase sollen im Herbst 2027 anlässlich des zehnjährigen Jubiläumsjahres des HochX die drei Kapitel des Livestummfilms zusammengefügt werden. Ein Parcours durch die Stadt bringt das Publikum ins HochX, wo Video- und Performancesequenzen in einem Konzertsetting kommentiert und bespielt werden. Welche Form der radikalen Zusammenarbeit der taktische Körper in den drei Jahren entwickelt und wie er sich für eine ungewisse Zukunft neu formiert, steht noch in den Sternen. Klar ist: Es geht durch die Städte. Kopiert, verfolgt und versucht die militärischen Körper zu verstehen. Sie schwimmen zusammen in einem Bad, sie kaufen zusammen ein, sie verschicken Briefe nach Hause, sie trinken den gleichen Kaffee, manchmal auch Cola. Die Systeme vermischen sich. Der Taktische Körper merkt aber, dass die Luft zwischen den Armen zu halten, nicht so leicht ist. Es versucht die Armee zu lüften.
Nach einer mehrjährigen Beschäftigung mit Gewaltgeschichte in Deutschland würden wir es als eine besondere Chance begreifen durch den transnationalen Austausch die aktuellen innerdeutschen Prozesse um den Blick von außen zu erweitern und zu befragen. Wir würden uns sehr freuen, im Rahmen der Optionsföderung der Stadt München im Bereich Theater dieses internationale Forschungsprojekt zum performativen Körper im öffentlichen Raum, wie auch die Rückführung in den Theaterraum zu erarbeiten.
Rückblick
19.10.2025
Tactical Body: Felherrnhalle
Die Feldherrnhalle am Münchner Odeonsplatz – im 19. Jahrhundert als Denkmal für militärische Ruhmestaten errichtet – wurde später Schauplatz von Hitlers gescheitertem Bierkellerputsch. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Denkmal zu einer offiziellen Nazi-Gedenkstätte für dieses Ereignis. Es dient als Ausgangspunkt für die intermediale Performance der Künstlerinnen Caroline Anne Kapp, Katarína Marková und Carla Lou Schäfer. Als „taktischer Körper” untersuchen sie Verbindungen zwischen Kunst und Militarismus. Sie treffen auf Institutionen und Infrastrukturen und reisen dabei in die Tschechische Republik, nach Polen, in die Slowakei und in die Ukraine. Dabei machen sie sich mit den Strukturen und Mechanismen vertraut, die historisch (und auch heute wieder) die Identität Europas vom Westen bis zum Fernen Osten geprägt haben. In einer Zeit, in der Europa massiv aufrüstet und in Deutschland über die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert wird, wird die Feldherrnhalle Schauplatz der ersten Performance des „taktischen Körpers“ sein, in der Video-, Audio- und Live-Aktionen aus der künstlerischen Recherche präsentiert werden.
The Feldherrnhalle at Munich’s Odeonsplatz – erected back in the 19th century as a monument to military glory, later became the scene of Hitler’s failed Beer Hall Putsch. After the Nazis came to power, the monument became an official Nazi memorial to this event. It serves as the starting point for the intermedial performance by artists Caroline Anne Kapp, Katarína Marková, and Carla Lou Schäfer. As a “tactical body”, they investigate connections between art and militarism. They meet institutions and infrastructures, travelling to the Czech Republic, Poland, Slovakia and Ukraine. In doing so, they familiarise themselves with the structures and mechanisms that have historically (and again today) shaped Europe’s identity from the West to the Far East. At a time when Europe is massively rearming and Germany is discussing the reintroduction of compulsory military service, the Feldherrnhalle will be the setting for the first performance of the “tactical body,” in which video, audio, and live action from the artistic research will be showcased.
Konzept: Caroline Anne Kapp, Katarína Marková
Musik & Performance: Caroline Anne Kapp, Katarína Marková, Carla Lou Schäfer
Soundassistenz: Florian Wulff
Video: Der taktische Körper
Technische Produktion: Dany Rau
Produktionsleitung: Lara Schubert
Dramaturgie: Milo Juráni
Outside Eye: Manon Haase
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Stadt München und in Koproduktion mit SPIELART Festival München.






Fotocredits von links nach rechts: Tobias Zangl (1, 2, 3, 6) | Mikołaj Rogowski (4, 5)
August 2025: Tactical Body in der Ukraine und in Polen
Im August 2025 teilte sich Tactical Body in zwei unabhängige Teile auf. Ein Teil reist in die Ukraine, um während des mit Spannung erwarteten Treffens zwischen Trump und Putin zu Gast zu sein, während der andere Friedrich Merz‘ Spuren nach Polen folgt, um an der Amtseinführung des neuen polnischen Präsidenten Karol Nawrocki teilzunehmen.
In August 2025, the Tactical Body divided itself into two independent wings. One wing travels to Ukraine to visit during the highly anticipated meeting of Trump and Putin, and the other follows Friedrich Merz’s footsteps to Poland for the inauguration of the new Polish president, Karol Nawrocki.
Tactical Body in der Ukraine
Die Mission von Tactical Body in der Ukraine besteht darin, Kontakt zu Mitgliedern der lokalen Kunstszene aufzunehmen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Der Besuch begann in Uschhorod und wurde dann in Lemberg fortgesetzt. Tactical Body nimmt während seines Aufenthalts an vielen spontanen Treffen teil, bei denen es verschiedene Formen des radikalen Überlebens, des Widerstands, der Resilienz und der Zusammenarbeit kennenlernt. (Vielen Dank an Sorry No Rooms Available, Cultural Strategy Institute, Lyuda B., Grigory S., Camo netting Voluntary Centre, Jarina, S. und andere).
Was Tactical Body entdeckt hat: Die russische Großinvasion ist Teil des Alltags geworden. Alle sind daran beteiligt, das Land gegen den Unterdrücker zu verteidigen. Kunst und Kultur erfüllen viele Funktionen – sie unterstützen, vereinen, wirken therapeutisch, stärken … Künstlerische Fähigkeiten verschmelzen nun mit Kampffähigkeiten. Derzeit gibt es keine Zeit, auf Trumps Maßnahmen zu warten oder Putins Versprechungen und Europas Untätigkeit in der Ukraine zu vertrauen. Es bleibt keine Zeit zum Nachdenken; es ist einfach ein Moment zum Handeln, zum Tun, zum Kämpfen, zum Umwandeln von Schmerz in Aktivität und Kreativität. Dem Verfall wird mit unglaublicher Vitalität begegnet, und die Vitalität siegt. Es gibt viel Trauer zu verarbeiten, viel zu bewundern und viel zu lernen für Tactical Body. Wie der ukrainische Philosoph Yurii Andrukhovych uns sagte: „Wir stehen buchstäblich in der heißesten Sonne.“ Und die Sonne brennt immer heftiger.
Tactical Body in Ukraine
The mission of Tactical Body in Ukraine involves attempting to establish contact with and engage in discussions with members of the local artistic scene. The visit began in Uzhhorod and then continued to Lviv. Tactical Body attends many spontaneous meetings during their time, which enable them to learn about different forms of radical survival, resistance, resilience, and collaboration. (Thanks to Sorry No Rooms Available, Cultural Strategy Institute, Lyuda B., Grigory S., Camo netting Voluntary Centre, Jarina, S., and others).
What Tactical Body discovered: The Russian full-scale invasion has become a part of everyday life. Everyone is involved in defending the country against the oppressor. Art and culture serve many roles – supportive, unifying, therapeutic, empowering… Artistic skills are now merging with fighting skills. Currently, there is no time to wait for Trump’s actions or trust Putin’s promises and Europe’s inaction in Ukraine. There is no time for reflection; it is simply a moment to act, to do something, to fight in some way, to transform pain into activity and creativity. Decay is countered by incredible vitality, and vitality prevails. There is much grief to process, much to admire, and much to learn for Tactical Body. As Ukrainian philosopher Yurii Andrukhovych told us: “We are, literally, standing in the hottest sun.” And the sun is burning ever more fiercely.



Fotocredits: Tactical Body
Tactical Body in Polen
102 Tage Friedrich Merz als deutscher Bundeskanzler. Die Tactical Body steht vor dem Paris Night Club (nicht ganz in Paris, sondern in Tschechien, genauer gesagt in Brünn). Hier beginnt die Reise nach Warschau. Gerade als Friedrich Merz seinen ersten Arbeitstag begann, machte er sich nach dem traditionellen Besuch in Paris auf den Weg nach Warschau. Der Flix-Bus fährt gegenüber dem Grand Hotel ab. Bunte Fahnen wehen auf dem Vordach des Hotels. In der Mitte des Vordachs befindet sich die Europaflagge, rechts davon die tschechische und die polnische Flagge, die in einem rot-weiß-blauen Durcheinander verwickelt sind.
Warten auf den Beginn der Parade
Mitten im Traum, in Gedanken versunken, begegnet Tactical Body Soldaten in Warschau. Die Militärkörper warten. Sie warten in der Sonne. Sie lehnen sich im Schatten von Panzern und unter Bäumen. Sie warten vor mobilen Toiletten. Soundchecks erfüllen die Straßen mit stakkatoartigen Befehlen. Soldaten hören Country- und Bluesmusik und chillen in ihren Panzern. Tactical Body analysiert das „Warten” als militärische Praxis. In einem Land, in dem es keinen Krieg gibt, in dem vielleicht Krieg erwartet wird, aber vor allem, in dem die Wiederaufrüstung gefördert wird. Sie warten, bis sie in Formation stehen dürfen. Bis sie ihre Körper präsentieren dürfen. Bis sie ihre Metallkörper fahren dürfen. Sie warten und warten und stehen.
Die Militärparade beginnt. Der neue Präsident Nawrocki, der automatisch auch Oberbefehlshaber der polnischen Armee ist, fährt hinter den Panzern her, steht aufrecht und winkt, während er seine Truppen und deren Waffen inspiziert. Ein Mann streckt beide Daumen hoch, als Nawrocki vorbeifährt. Der Präsident erwidert die Geste mit einem lockeren Peace-Zeichen gegenüber seinen Bürgern. Schließlich liegen leere Plastikflaschen und zerknüllte Flaggen im Stadtbild verstreut. Die Soldaten kehren zu ihren Stützpunkten/Ausbildungslagern zurück, und die taktische Einheit macht sich auf den Heimweg/nach Westen.
Tactical Body in Poland
102 Days of Friedrich Merz as German chancellor. The Tactical Body is standing in front of the Paris Night Club (not quite in Paris, but rather in Czechia, more precisely in Brno). This is where the journey to Warsaw begins. Just as Friedrich Merz started his first day at work, he set off for Warsaw after the traditional visit to Paris. The Flix bus departs opposite the Grand Hotel. Colourful flags flutter on the hotel’s canopy. In the middle of the canopy is the European flag, and to its right, the Czech and Polish flags, which are entangled in a red, red, white, and blue mess.
Waiting for the parade to start
In the middle of the dream, lost in thought, Tactical Body encounters soldiers in Warsaw. The military bodies are waiting. They wait in the sun. They lean in the shade of tanks and under trees. They wait in front of portable toilets. Sound checks fill the streets with staccato commands. Soldiers listen to Country and Blues music, chilling in their tanks. The tactical body analyses “waiting” as a military practice. In a country where there is no war, where perhaps war is expected, but above all, where rearmament is being promoted. They wait until they are allowed to stand in formation. To be allowed to present their bodies. To be allowed to drive their metal bodies. They wait and wait and stand.
The military parade begins. New President Nawrocki, who is also automatically the commander-in-chief of the Polish army, rides behind the tanks, standing and waving, as he inspects his troops and their weapons. A man raises both thumbs as Nawrocki passes by. The President returns a gesture with a floppy peace sign to his citizens. After all, empty plastic bottles and crumpled flags litter the cityscape. Soldiers return to their bases/ to their training camps and the Tactical Body heads home/west.



Fotocredits: Tactical Body
2024: Der taktische Körper in Dresden
„Die gebaute Architektur aktiviert den taktischen Körper in Hellerau. Es windet und verbindet sich für eine ungewisse Zukunft.”
(Text Livestummfilmtafel in HELLERAU 2024)
Nach Dresden Hellerau brachte uns eine Residenz im April 2024. Konkrete Forschungsanlässe boten uns dort das Militärhistorische Museum, die Offiziersschule, das Taktikzentrum des Heeres als zentrale Ausbildungsstätten für die deutsche Armee, wie auch das Festspielhaus selbst, als ehemalige NS-Polizeischule und Stützpunkt der Roten Armee. In Vorbereitung auf die Residenz nahmen wir Videos von Begegnungen mit militärischen Körpern in nicht-militärischen Räumen auf und führten eine erste performative Analyse dieser Körper – die Gefahr, Reaktivität und Sicherheit bezeugen sollen – durch. So entwickelten wir in der dreiwöchigen Residenz ein performatives Format, zu dem wir in dem dreijährigen Produktionszyklus arbeiten werden: Ein Livestummfilm bestehend aus performativen Szenen mit Texttafeln im Freien und einer Filmvorführung mit Livemusik als klassische Bühnensituation im Innenraum.
2024: Tactical Body in Dresden
‘The built architecture activates the tactical body in Hellerau. It twists and connects itself for an uncertain future.’
(Text from the silent film panel in HELLERAU 2024)
A residency in April 2024 brought us to Dresden Hellerau. Concrete research opportunities were provided by the Military History Museum, the Officer Training School, the Army Tactical Centre as central training facilities for the German army, as well as the Festspielhaus itself, a former Nazi police school and Red Army base. In preparation for the residency, we recorded videos of encounters with military bodies in non-military spaces and conducted an initial performative analysis of these bodies – which are intended to testify to danger, reactivity and security. During the three-week residency, we developed a performative format that we will work on during the three-year production cycle: a live silent film consisting of performative scenes with text panels outdoors and a film screening with live music as a classic stage situation indoors.






Fotocredits: Peter R. Fiebig