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Das HochX und Gäste

Zwischen Bühne und Fließbandarbeit

Ein Gespräch über Solidarität und Handlungsspielräume in autoritären Zeiten

Lambert Strehlke

Das dokumentarische Stück Drive beleuchtet die Expansion der deutschen Automobilindustrie in Ungarn und erzählt von gewerkschaftlichem Widerstand, Solidarität und Gemeinschaft. Im Anschluss an die zweite Vorstellung des ungarischen Gastspiels laden wir zu einer Diskussionsrunde ein. Gemeinsam mit den Künstler*innen Kristóf Kelemen und Teresa Lucia Rosenkrantz, der Münchner Theatermacherin Christiane Huber und der Journalistin und Ungarn-Expertin Cathrin Kahlweit (ehem. SZ) sprechen wir über aktuelle Entwicklungen in Ungarn und Deutschland.

Zwei Tage vor den ungarischen Parlamentswahlen fragen wir: Wie verändern sich demokratische Strukturen unter autoritärem Druck? Wie lassen sich künstlerische und zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume bewahren? Und wie können wir solidarische, auch transnationale Netzwerke stärken, um Demokratie und Kunstfreiheit zu verteidigen?

Wir laden Sie im Anschluss an die Vorstellung am 10.4. ein zu einem Gespräch über autoritären Druck, Verantwortung – und darüber, wie wir gemeinsam handlungsfähig bleiben.
Das Gespräch findet auf englisch statt.

Mit: Kristóf Kelemen, Teresa Lucia Rosenkrantz, Christiane Huber, Cathrin Kahlweit
Moderation: Dr. Enikő Dácz


The documentary performance Drive explores the expansion of the German automotive industry in Hungary and tells a story of successful trade union resistance, of solidarity and collective action. Following the second performance of this Hungarian production, we invite you to join a panel discussion. Together with the artists, Munich-based theatre maker Christiane Huber and journalist and Hungary expert Cathrin Kahlweit (former correspondent for Süddeutsche Zeitung), we will talk about current developments in Hungary and Germany.

Two days before the Hungarian parliamentary elections, we ask: What happens to democratic structures under authoritarian pressure? How can artistic and civic spaces be protected as they come under increasing strain? And how can we strengthen networks of solidarity, both locally and across borders, to defend democratic life and artistic freedom?

We invite you to join us for a conversation about pressure and responsibility—and about how we can remain capable of acting together.
The talk will be held in english. 

Guests: Kristóf Kelemen, Teresa Lucia Rosenkrantz, Christiane Huber, Cathrin Kahlweit
Moderation: Dr. Enikő Dácz

Kurzbiografien

Enikő Dácz (Moderation), Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München (IKGS). Sie studierte Germanistik und Anglistik in Klausenburg sowie Mitteleuropäische Studien in Budapest und promovierte 2009 in Szeged. Nach Tätigkeiten an der Andrássy-Gyula-Universität Budapest und der Universität Wien forscht sie zu deutschsprachigen Literaturen und Netzwerken in Zentraleuropa, insbesondere zu Raumdiskursen, rumäniendeutscher Literatur, postimperialen Narrativen und interethnischen Beziehungen im 20. Jahrhundert.

Christiane Huber ist Künstlerin, Performerin und Regisseurin, deren künstlerische Praxis unterschiedliche Medien wie Theater, Performance, Sound, Installation und Film umfasst. Ihre aktuellen Arbeiten beschäftigen sich mit Grenzen, Krieg, Gewalt, Traumata und insbesondere mit den Lücken und Auslassungen in den Erzählungen derselben. Sie zeigte ihre Arbeiten u.a. in den Münchner Kammerspielen, dem Spielart Festival, Tivoli/New York, DOK.Fest München, im Herzliya Museum Israel, NS-Dokumentationszentrum, Meridian-Galerie Peking und dem Kaaitheater Brüssel. Zudem macht sie Hörspiele für den Bayerischen Rundfunk und filmische Porträts für die Monacensia/Literaturarchiv der Stadt München.

Cathrin Kahlweit ist Autorin bzw. Herausgeberin von einem halben Dutzend Bücher. Dazu gehören Monografien oder Beiträge zu osteuropäischer und deutscher Zeitgeschichte sowie zu Gesellschaft und Feminismus, aber auch Unterhaltsames. Als Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung hat Cathrin Kahlweit aus Österreich, Mittel- und Osteuropa sowie Großbritannien und Irland berichtet. Aktuell schreibt sie frei für die Süddeutsche Zeitung, den Wiener „Falter“ sowie diverse Magazine.

Kristóf Kelemen (Team Drive) ist Theaterregisseur, Dramatiker und Dramaturg. Seine recherchebasierten, dokumentarischen Arbeiten untersuchen kollektives Gedächtnis, Arbeiter*innenrealitäten und den rechten Populismus und wurden international auf Festivals gezeigt, zum Beispiel seine postfaktische dokumentarische Theaterperformance Hungarian Acacia (zusammen mit Bence György Pálinkás) wurde unter anderem zum Spielart Festival eingeladen. Er verbindet künstlerische Forschung mit gesellschaftlichem Engagement und kollaborativen Arbeitsweisen.

Teresa Lucia Rosenkrantz (Team Drive) ist freischaffende Regisseurin und Theatervermittlerin. Ihre partizipativen, inklusiven Arbeiten entstehen an der Schnittstelle von Performance, Community Art und kollektiver Praxis. Sie untersuchen soziale Machtverhältnisse sowie Fragen von Zugänglichkeit, Solidarität und kollektiver Verantwortung und entwickelte Arbeiten u. a. am Thalia Theater Hamburg, auf Kampnagel sowie im Rahmen der Jungen Triennale / Ruhrtriennale. Als Mitbegründerin des feministischen bright future kollektivs verbindet sie künstlerische Forschung mit transgenerationellen, kollaborativen Arbeitsweisen.