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Burchard Dabinnus

Die Mühlengeschichte

Eine deutsch-jüdisch-deutsche „Familienangelegenheit“

Joanna Jakutowitcz, Marlene Rösch

Burchard Dabinnus lädt zum Start einer Theater-Recherche-Reise von München nach Berlin und Bartoszyce (Polen) ein: 1939 übernimmt Dabinnus‘ Großvater von seinem jüdischen Freund Hans-Joseph Meyer einen großen Mühlenbetrieb. Eine Arisierung wie viele andere? Meyer versucht in Berlin das Dritte Reich auszusitzen, aber er und seine Frau werden schließlich, ebenso wie andere Familienmitglieder, deportiert. Gemeinsam mit den Meyer-Enkel*innen Billy und Brigitte Meyer will Dabinnus die Bruch- und Puzzlestücke dieser zwei miteinander verwobenen Familiengeschichten hervorholen und familiäre Legenden und Geschichten abhorchen. Im Hintergrund lauern jede Menge Fragen, Widersprüche und unangenehme Überraschungen. Diese „Reste von Gestern“ sind nicht nur ein Stück privater, familiärer Zeitgeschichte, sondern werfen ihre Schatten auch in unsere unmittelbare politische Gegenwart.

An der ersten Station geht die Recherche an der Luitpoldbrücke dem tragischen Unfall einer Journalistin im Jahr 1973 nach, der auch Fragen nach der dunklen Vergangenheit von Ingrid Andräs Vater, „Päpschen“, aufwirft – ein Mann mit dunkler Vergangenheit im 3. Reich?

An der zweiten Station auf der Bühne des HochX stehen dann verstreute Fundstücke, unterschiedliche Aussagen und Familienerzählungen neben Fakten der Zeitgeschichte – in einer Mischung aus Theaterperformance, musikalischem Intermezzo und offenem Gesprächsformat. Zu Gast sind Brigitte und Billy Meyer sowie der Historiker Christian Rohrer. Fragen sind erwünscht.

Alle aufgefundenen Ereignisse, Gespräche und Dokument verdichten sich im Herbst 2023 zu einem Theaterstück.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und die Maria-Wimmer-Stiftung.