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Bischoff, Mazumdar, Milea, Wedel, Strodthoff

Obaysch – Neues aus einer kleinen großen Welt

Für ein junges Taubes und hörendes Publikum | 9+

Michael Bischoff

1849, am Weißen Nil: Nahe der Insel Obaysch fangen Jäger ein junges wildes Tier, wie es hier noch nie jemand gesehen hat. Das müssen wir unbedingt in Europa zeigen. Es beginnt eine mühsame Reise nach England. Monatelang geht es im Käfig durch Ägypten. Dann wochenlang über das schwankende Meer. Immer dabei: sein Pfleger Hamet. Der schläft Tag und Nacht neben seinem riesigen Wassertank, damit Obaysch nicht so allein ist.

1850 kommt es endlich in London an, inzwischen ein gewaltiges Geschöpf. Sofort wird es zur Sensation im Zoo. Alle lieben Obaysch und alle wollen es sehen. Bis zu 10.000 Menschen stehen täglich vor seinem Käfig. Alle sind überzeugt davon, ihm damit einen Gefallen zu tun, so weit weg von zu Hause. Aber tun sie das wirklich?

Es ist eine Geschichte über Missverständnisse, eine Geschichte, die wirklich passiert ist. Königin Victoria besucht Obaysch und schwärmt von seinen klugen Augen. Es werden Gedichte über ihn geschrieben und sogar ein eigener Song. Doch: Wer beobachtet hier eigentlich wen? Schläft das Tier wirklich den ganzen Tag oder schauen die Londoner am Ende sich selbst beim fassungslosen Staunen zu?

Eine hörende und eine Taube Performerin spüren dieser verrückten Geschichte nach, in Gebärden- und Lautsprache. Sie zeigen: Zwischen den beiden gelingt, woran die Menschen damals scheiterten. Ein Theatererlebnis über Fremdsein, Kolonialismus und die Kunst, einander wirklich zu verstehen.


Dauer / Duration: ca. 60 Min
Sprache / Language: in deutscher Laut- und Gebärdensprache / in german spoken and sign language

Im Anschluss bietet das Team ein Nachgespräch in Deutscher Gebärdensprache an / Afterwards, the team will hold a follow-up discussion in German Sign Language.


1849, on the White Nile: near the island of Obaysch, hunters capture a young wild animal unlike anything ever seen here. This absolutely has to be shown in Europe. A gruelling journey to England begins. For months, it travels through Egypt in a cage. Then for weeks across the rolling sea. Always by its side: its keeper Hamet, who sleeps day and night next to its huge water tank, so Obaysch isn’t so alone.

In 1850, it finally arrives in London, by now an enormous creature unlike anything Europe has ever seen. It instantly becomes the sensation of the zoo. Everyone loves Obaysch, everyone wants to see it. Up to 10,000 people line up outside its cage every day. Everyone is convinced they’re doing it a favour, so far from home. But are they really?

It’s a story about misunderstandings, a story that really happened. Queen Victoria visits Obaysch and raves about its clever eyes. Poems are written about it, and even a song. But: who’s really watching whom here? Does the animal really sleep all day, or do the Londoners, in the end, watch themselves stare in disbelief?

A hearing performer and a Deaf performer trace this wild, true story, in sign language and spoken language. They show: between the two of them, something succeeds that Victorian society failed to achieve. A theatrical experience about being a stranger, colonialism, and the art of truly understanding one another. For a young Deaf and hearing audience aged 9 and up.

Gefördert durch die Landeshauptstadt München, den Bezirk Oberbayern und den Verband freie Darstellende Künste Bayern e.V. im Rahmen der Prozessförderung des „Förderpakets Freie Kunst 2026“ mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.