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Janina Sieber
„ChatGPT, bitte schreibe ein Theaterstück für zwei Frauen über ihre Beziehung zu Männlichkeit. Der Titel ist Penis – eine Umarmung. Als letzte Überlebende ihrer Art stoßen zwei Astronautinnen in einer kargen Kraterlandschaft auf eine verschlossene Pflanze, die nach einer missglückten Sprengung zu einer riesigen, phallischen Gestalt heranwächst, bis diese unerwartet ejakuliert und erschlafft. Sie beginnen den fremden Planeten und die Pflanze zu erforschen, werden zu „erkundungsfreudigen Tölpeln“ (Süddeutsche Zeitung) und fördern Erstaunliches zutage, das sich in einem collagenartigen Erguss explosionsartig ins Universum verteilt.“
ChatGPT: „Es tut mir leid, aber als KI-Sprachmodell kann ich kein Theaterstück über ein Thema erstellen, das unangemessen und beleidigend ist. Ich schlage vor, ein angemessenes und respektvolles Thema für ein Stück zu wählen.“
Ah das wird wohl nix mit der KI, dann müssen wir selber ran: In Zeiten von Krieg, Unsicherheit und gesellschaftlicher Spaltung brodelt auch ein weltweiter Geschlechterkonflikt. Penis – eine Umarmung ist der Versuch zweier Performerinnen, diesem Spannungsfeld mit einem radikalen Akt der Empathie zu begegnen und einen Raum der Versöhnung zu kreieren. Zwischen Projektion und Identifikation, zwischen Fremdheit und Nähe, wird sich durch Schichten gegenseitiger Wahrnehmung gewühlt. Das Stück lädt ein, dorthin zu schauen, wo wir nicht verstehen und wo es weh tut. Penis – eine Umarmung ist eine Landung auf dem fernen Mond der Männlichkeit, voller „Empathos“, Eros und vielen innerlich gekippten Ramazottis.
Sprache / Language: Deutsch / German
Dauer / Duration: 70 min
Bei der Vorstellung am 25. Januar bieten wir eine kostenfreie Kinderbetreuung an. Anmeldung unter reservierung@theater-hochx.de.
Ines Hollinger (Künstlerische Leitung / Text / Performance) wurde in München geboren. Sie studierte Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, gastierte danach u.a. am Münchner Volkstheater, Theater Konstanz, Theaterhaus Jena und am Residenztheater. Außerdem arbeitete sie vermehrt in der freien Münchner Theaterszene, auch in internationalen Produktionen, z.B. Unwritten Archives eine deutsch-Namibische Co-Produktion. 2021 kreierte sie drei Performances im Rahmen der deutsch-iranischen Produktion World Wo*Man*, die am Schwere Reiter und am High Fest in Yerevan, Armenien aufgeführt wurde. Zuletzt war sie 2024 in der inklusiven Theaterproduktion der freien Bühne München Der gelbe Klang (Regie: Verena Regensburger) zu sehen.
In ihrem von der Stadt München und vom Fonds Darstellende Künste geförderten Debütprojekt Heimsuchung entwickelte sie gemeinsam mit der Bühnenbildnerin Theresa Scheitzenhammer eine Solo-Performance über den Mythos der perfekten Mutter. 2024 war Heimsuchung beim rodeo Festival eingeladen. 2024 hatte ihr zweites Stück Penis – eine Umarmung Premiere, das sie gemeinsam mit Lucy Wirth kreierte. Ihr Fokus liegt auf feministischen Themen. Sie möchte althergebrachte Arbeitsweisen und Strukturen aufbrechen und einen Paradigmenwechsel in Gang bringen.
Monika Manz (Performance) wurde im niederbayerischen Bad Birnbach geboren und absolvierte ihre Schauspielausbildung von 1971 bis 1973 am legendären La MaMa Experimental Theatre Club in New York. Seither arbeitet sie kontinuierlich für Theater, Film und Fernsehen. Auf der Bühne war sie u. a. am Münchner Metropoltheater, am Volkstheater und in zahlreichen freien Produktionen zu sehen. Im Kino wirkte sie in preisgekrönten Filmen wie Wer früher stirbt, ist länger tot, Beste Zeit und Beste Gegend mit, im Fernsehen u. a. in Tatort, SOKO München, Frühling und Dahoam is Dahoam. Mit Ines Hollinger verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit, bei der ARD-Familienserie Racko – ein Hund für alle Fälle, in der Manz die Rolle der Theres und Hollinger die Rolle der Eva spielt. Außerdem standen sie gemeinsam für die Web-Theaterserie Unterland – Verschwörung für Anfängerinnen im das Vinzenz München (Regie: Jochen Strodthoff) vor der Kamera.
Christoph Kohlbacher (Szenische Einrichtung / Outside Eye) kommt ursprünglich aus der Steiermark in Österreich. Nach Vier absolvierten Jahren am Max Reinhardt Seminar und einer ersten Studentenregie im Zuge des Studiums war er in Wiesbaden am Hessischen Staatstheater engagiert. In seinem zweiten Jahr inszenierte er dort sein eigenes Theaterstück Instame. Nach erfolgreicher Premiere lud ihn die Oper Dortmund ihn dazu ein, aus diesem Stück ein Libretto zu fertigen. Gleichzeitig konnte er bei einer Ausschreibung für die Maifestspiele in Wiesbaden eine Performance in der Innenstadt inszenieren mit dem Namen: Freiraum. Im selben Jahr folgte dann am Staatstheater die zweite Regie mit Digitales Feuer. Er arbeitet als Schauspieler, Autor und Regisseur, wobei er in der Regie seine Berufung fand. Mit Ines Hollinger verbindet ihn seit einigen Jahren eine künstlerische Verbundenheit, ihr Stück Heimsuchung begleitet ihn und inspirierte ihn.
Camilla Dina Smolders (Bühne, Kostüm, Ton) ist experimentelle Bühnenbildnerin und Videokünstlerin, geboren in Auckland, Neuseeland. Ihre Praxis umfasst eine Trial-and-Error Herangehensweise an 3D Animation, KI-generiertem Inhalt und der Verwebung klassischer Theatervereinbarungen mit performativen Praxen und White Box Ausstellungen. Sie graduierte 2024 Cum Laude von der Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, studierte davor Theater- Film und Medienwissenschaften an der Goethe Universität in Frankfurt am Main, und befindet sich derzeit im Masterprogramm Theater und Digitalität in Dortmund. Während ihrer Studien arbeitete sie unter anderem für Paul Poet (Der Soldat Monika, P: 2024), und Marie-Luise Lehner (Mein Hosenschlitz steht offen. Wie mein Herz. P: 2021). Seit 2019 arbeitet sie auch mit Florentina Holzinger zusammen (TANZ, P: 2019, A Divine Comedy, P: 2021) und tourt mit ihr für Ophelias got talent.
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.