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Demjan Duran & Gina Penzkofer

TURBOVOLK3000 – eine theatrale Radioshow

© Gina Penzkofer

Mit: Ivan Marković | Konzept & Inszenierung: Demjan Duran | Konzept & Dramaturgie: Gina Penzkofer | Musik: Horațiu Șerbănescu | Kostüm: Melina Poppe | Raum: Demjan Duran & Gina Penzkofer

 

Die Zukunft sieht düster aus: Politische und gesellschaftliche Spaltungen verhärten sich und die Illusion, dass der Mensch die Natur und Pandemien so einfach bewältigen könnte – verpufft. Ein Blick zurück in die Vergangenheit lässt Nostalgie aufkommen. Nach dem zweiten Weltkrieg versucht der neu gegründete Mehrvölkerstaat Jugoslawien eine gemeinsame Identität zu schaffen. Dafür wird ein gesamtjugoslawischer Sound propagiert. Der kommunistische Staat zerfällt jedoch und übrig bleibt ein hybrides musikalisches Phänomen: TURBOFOLK. Ein Mix aus Volksmusik, Techno, Pop, Rock, Trance und orientalischem Einfluss. Es ist der Soundtrack zum Aufstieg und Zerfall einer sozialistischen Utopie, der sich bis heute weiterentwickelt.

 

TURBOVOLK3000 widmet sich dem Musikgenre Turbofolk und setzt sich mit identitätsstiftenden Strukturen auseinander. In einer Live-Radioshow führt ein Moderator durch einen Abend voller Kitsch, Nostalgie, Genuss und Exzess. Eigentlich arbeitet er als Integrationsbeauftragter beim Sender. Sein Auftrag: Die Gründung eines neuen Volkes – das TURBOVolk. Wie schafft man Gemeinschaft, ein Gefühl von Zugehörigkeit? Bei TURBOVOLK3000 entfliehen wir der bitteren Realität. Wir wünschen uns Schönheit und Vergnügen, Leichtsinn und Reichtum. Die Welt ist aus den Fugen geraten – also verschreiben wir uns allen eine Dosis Eskapismus. Es wird TURBO-konsumiert. Mit ein paar Euros/Dinars wird in eine utopische Zukunft investiert. Pack die Geldscheine ein. TURBOVOLK3000 beansprucht eine Freistelle in einer anderen, schönen neuen Welt. Entledige dich deiner Selbst.

 

Turbo ist ein Kraftstoffeinspritzsystem des Verbrennungsmotors. Turbofolk ist das Brennen des Volkes. Wir sind das Turbovolk. Alkohol ist Turbovolk. Coca-Cola ist Turbovolk. München ist Turbovolk. Silikonbrüste sind Turbovolk. Konsum ist Turbovolk. Exzess ist Turbovolk. Eskapismus ist Turbovolk. Olaf Scholz ist Turbovolk. Spendenquittung ist Turbovolk. Dein Instagramprofil ist Turbovolk.

 

Vor der Vorstellung am 12. Februar findet um 19.15 Uhr eine Einführung statt.

 

10.2. | 12.2. | 13.2. | 20 Uhr | Karten: 18 € / 10 € erm.

 

Karten

 

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und die Richard Stury Stiftung.

 

Demjan Duran

Demjan Duran, 1991 in Prijepolje (Serbien) geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Nachdem er vorerst eine Fußballkarriere anstrebte, entschied er sich für ein Schauspielstudium. Anschließend studierte er bis 2020 Regie an der Theaterakademie August Everding in München. Seine Abschlussinszenierung Da, wo alle gleich sind, gibt es keinen gastierte im Ringlockschuppen Ruhr, in der Kunsthalle Baden-Baden und beim Theaternaturfestival Harz. Mit TURBOVOLK3000 debütiert er in der Münchner freien Szene.

 

Gina Penzkofer

Gina Penzkofer, 1992 in Niederbayern geboren. Studierte Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität. Sie war Regieassistentin beim Bayrischen Rundfunk und arbeitete beim DANCE Festival, wo sie die DANCE History Tour, eine tanzhistorische Fahrradtour durch die Münchner Innenstadt mitentwickelte. Penzkofer ist zudem als Performerin tätig. Derzeit arbeitet sie als künstlerische Produktionsleiterin mit Schwerpunkt Stadtforschung an den Münchner Kammerspielen. Sie ist Lehrbeauftragte an der LMU.

 

Ivan Marković

Ivan Marković, 1988 geboren in Bijeljina (Bosnien und Herzegowina). In Novi Sad absolvierte er zwei Bachelor in Wirtschaftswissenschaften und Schauspiel. Seit 2013 arbeitet er als Schauspieler für Theater-, Film- und Fernsehproduktionen. Unter anderem erhielt er Auszeichnungen als Nachwuchsschauspieler bei Sterijino Pozorje und als beste männliche Rolle beim Internationalen Theaterfestival Kolyada-PLAYS. In der Produktion Das Lepa Brena Projekt, eine Koproduktion des BITEF-Theater Belgrad und dem Schlachthaus-Theater Bern, verkörperte er eine Version der Titelfigur. Marković studiert derzeit an der August Everding Theaterakademie Schauspiel im Master.

 

Melina Poppe

Melina Poppe, 1997 in Dresden geboren. Nach einer Kostümhospitanz an den Münchner Kammerspielen folgten Gastassistenzen u.a am Maxim-Gorki-Theater, Neuköllner Oper und Residenz Theater. Anschließend war sie drei Jahre lang Kostümassistentin an den Münchner Kammerspielen und entwickelte Kostüme für diverse Produktionen (u.a. R-Faktor – das Unfassbare, Regie: Ayşe Güvendiren). Zudem arbeitet Poppe als Kostümdesignerin und Make-up Artist in der freien Szene.

 

Horațiu Șerbănescu

Horațiu Șerbănescu 1990 in Bukarest (Rumänien) geboren. Er arbeitet international als freier Komponist, Produzent und Instrumentalist. Er ist Mitglied verschiedener musikalischer Kollektive (Nuggets, Steaua de Mare, Impex Rodion G.A.) und gründete mitunter das Kollektiv SHAMNELISM. Eine Musikgruppe aus ehemaligen Häftlingen und Künstler*innen, mit dem Ziel der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Șerbănescu arbeitet mit dem Hamburger Streicherensemble „Resonanz“ und dem rumänischen Kulturinstitut zusammen. Zusätzlich ist er für Film- und Fernsehproduktionen tätig.

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