Laila Soliman

Zig Zig

© Ruud Gielens

Mit Nadia Amin, Mona Hala, Reem Hegab, Zainab Magdy und Nancy Mounir | Regie: Laila Soliman | Produzent, Schauspielcoaching und Lichtdesign: Ruud Gielens | Historische Recherche: Katharine Halls | Regieassistenz: Hakeem Abdelnaeem und Habiba Makhlouf | Kostüm: Lina Aly | Kostümassistenz: Nashwa Maatouk | Bühnenbildnerische Beratung: Nagy Shaker | Visual Research | Consultant: Heba Farid | Technisches Management: Omar Madkour | Technikteam: Mazen Mounib, Ahmed Saleh, Hassan Eid und Mohamed Talaat | Englische Übersetzung: Katharine Halls | Arabische Übersetzung: Shadi El Hosseiny | Posterdesign: Adham Bakry | Websitedesign: Ola Abulshalashel | Produktionsmanagement: Ebtihal Shedid

 

Vor rund 100 Jahren, während der britischen Besatzung Ägyptens, wurde das Dorf Nazlat al-Shobak Ziel eines zerstörerischen Angriffs durch britische Soldaten. Sie richteten Dorfbewohner*innen hin und vergewaltigten mehrere Frauen. Diese Frauen erwirkten in einem für diese Zeit unglaublich erscheinenden emanzipatorischen Impuls einen Militärgerichtsprozess, der jedoch im Sande verlief, da ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt wurde.

 

Zig Zig ist eine dokumentarische Theaterarbeit, deren Grundlage die Transkripte dieses Prozesses bilden. Diese Dokumente fanden keinen Eingang in die ägyptische Geschichtsschreibung, die Performance gibt den Frauen und ihrer Gewalterfahrung wieder einen Ort und eine Stimme. Auf der Bühne stellen fünf Performer*innen und eine Geigerin Bezüge her – von diesem historischen Material zu ihren eigenen Erfahrungen mit rape culture und der Bagatellisierung sexualisierter Gewalt.

 

Eine Produktion von SHISH (Brüssel/Kairo) in Koproduktion mit Schweizerische Botschaft in Ägypten Büro für Internationale Zusammenarbeit (Kairo), HAU Hebbel am Ufer (Berlin), Kaaitheatre (Brüssel), Forum Freies Theater Düsseldorf, BIT Teatergarasjen (Bergen), Zürcher Theater Spektakel, D-CAF (Kairo), House on Fire mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union. In Zusammenarbeit mit Mahatat for Contemporary Art (Kairo), 15/3 Studios (Kairo), Goethe-Institut (Kairo). Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

 

 

29.10. | 17 Uhr | 30.10. | 20 UhrZig Zig Laila SolimanKarten 14 | 7 €

 

 

Laila Soliman

 

Laila Soliman lebt und arbeitet in Kairo und Amsterdam als Theaterautorin, Dramaturgin und Regisseurin. Sie studierte zunächst Theaterwissenschaften und Arabische Literatur in Kairo, im Anschluss besuchte sie DasArts in Amsterdam. Später arbeitete sie als Dramturgin an Rimini Protokolls Produktion RADIO MUEZZIN mit. Laila Soliman war während der Revolution 2011 an den Demonstrationen auf dem Tahir-Platz beteiligt und brachte ihre dortigen Erfahrungen mit den Stücken LESSONS IN REVOLTING und NO TIME FOR ART auf die internationalen Theaterbühnen. Solimans Arbeiten waren und sind u.a. in Ägypten, in Syrien, im Libanon und in verschiedenen europäischen Ländern zu sehen.

Mallika Taneja

Rukaawat Ke Liye Khed Hai

(Sorry for the Interruption)

© Abhijeet Singh

Kreation und Performance: Mallika Taneja, Shubham | Regie: Mallika Taneja | Autor: Akhil Katyal | Tondesign: Samar Grewal | Lichtdesign: Sarah Büchel | Videodesign: Santana Issar | Probenleitung: Jaya Sharma | Übertitelung: Dòra Kapusta | Produktionsleitung: Pranav Sawhney

 

Die Schauspielerin Mallika Taneja wurde vor zwei Jahren mit ihrem Solo Be Careful, das durch ganz Indien und weit über dessen Grenzen hinaus tourte, international bekannt. Indem sie die gut gemeinten doch verheerenden Verhaltensregeln für Frauen, wie sie sich gegen Vergewaltigung schützen können, aufs Korn nahm, traf Taneja einen Nerv in der indischen Gesellschaft. Nun zeigt sie eine größere Produktion, für die sie sich mit dem Schauspieler Shubham zusammengetan hat. Auf der Bühne kämpfen die beiden darum, etwas in Worte zu fassen – eine Geschichte … einen Zwischenfall … ein Geständnis? Rukaawat Ke Liye Khed Hai (Sorry for the Interruption) reflektiert das Unvermögen dieser zwei Körper, die Welt, in der sie leben, zu verstehen und ihre Anstrengung, nichtsdestotrotz weiterzumachen.

 

Eine Koproduktion von Zürcher Theater Spektakel und SPIELART Festival München. Unterstützt durch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia Verbindungsbüro New Delhi, das Festival Fast Forward und Onassis Cultural Centre Athen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Goethe-Institut.

 

 

 

01.11. | 19 Uhr | 02.11. | 21 UhrRukaawat Ke Liye Khed HaiKarten 14 | 7 €

 

 

Mallika Taneja

 

lebt und arbeitet in Delhi als Theatermacherin. Ihre Arbeiten wurden in ganz Indien und in den letzten Jahren auch international gezeigt. 2015 wurde ihre Arbeit Be Careful beim Theater Spektakel Zürich ausgezeichnet. In Delhi leitet Mallika Taneja eine Initiative für Kunst in Viertel und Nachbarschaft mit dem Namen Lost & Found.

 

 

Shubham

 

ist Filme- und Theatermacher und lebt und arbeitet in Mumbai. Er besuchte das Film and Television Institute of India (FTII) und war als Schauspieler in zahlreichen Filmen zu sehen. Er ist Mitbegründer des Push and Pull Theatre, einer Gruppe, die in und zwischen Mumbai und Delhi tätig ist.

 

 

Akhil Katyal

 

ist Autor und Übersetzer aus Neu Delhi. Seine Gedichtbände wurden mehrfach ausgezeichnet, seine Übersetzungen zwischen Hindi, Englisch und Punjabi sind höchst gefragt und finden breite Veröffentlichung. Derzeit ist er Stipendiat der University of Iowa und Dozent an der Shiv Nadar Universität.

Neo Muyanga

Tsohle – A Revolting Mass

© Africa Center

Komposition: Neo Muyanga | Klavier und Lyrischer Bariton: Neo Muyanga | Sopran: Lungiswa Plaatjies | Alt: Nolusindiso Manciya | Tenor: Phandulwazi Maseti | Bass: Phumzile Theo Magongoma

 

Neo Muyanga wuchs in Soweto, der wohl bekanntesten Township Südafrikas, auf. Anschließend studierte er italienischen Madrigalgesang in Triest. Seitdem bewegt er sich zwischen beiden Welten, die ihm ganz und gar nicht unvereinbar erscheinen – als Mitglied diverser Bands, Opernkomponist, Kurator eines Lyrik-Festivals und Performer. Auch in seiner für SPIELART entwickelten Uraufführung Tsohle – A Revolting Mass geht es um wechselseitige Einflüsse und Abhängigkeiten. „Tsohle“ heißt auf Sesotho, der Sprache der Provinz Gauteng rund um Johannesburg, „alle Dinge“. Die Zeile „Tsohle di enstoe ke wena“ (Alle Dinge sind von Dir gemacht) ist der Beginn eines traditionellen Kirchenhymnus. In einer Zeit erneuter Proteste untersucht Neo Muyanga zusammen mit einem Gesangsquartett die in den exilierten Revolutionscamps der 1970er und -80er entstandenen Songs. Da die ANC-Kämpfer aber zuvor Missionsschulen besuchten, dort mit christlichem Liedgut erzogen wurden und sich auffällige musikalische Parallelen ergeben, stellt sich die Frage, wie es möglich ist, als Kolonisierter eine eigene Sprache zu entwickeln. Und was bedeutet es für ein Land, wenn Herrscher, Opposition und „beherrschte Masse“ die gleichen Lieder singen?

 

Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und vom Goethe-Institut.

 

 

05.11. | 20 Uhr | 06.11. | 20.30 UhrTsohle – A Revolting MassKarten 14 | 7 €

 

 

Neo Muyanga

 

geboren in Soweto, studierte in Triest die frühbarocke Gesangsform Madrigal. Mitte der neunziger Jahre war er Mitgründer des Pop-Duos BLK Sonshine, das weit über die Grenzen Südafrikas hinaus bekannt wurde. Neo schreibt Musiktheaterstücke und Chorarrangements und ein breites Spektrum an Arbeiten für Kammerensemble und großen Chor. Seine Operette The Flower of Shembe wurde 2012 uraufgeführt. Er tourt weiterhin international, sowohl solo als auch in verschiedenen Bands und Ensembles. Seine Musik bewegt sich an den Grenzen des Geschriebenen und der Improvisation, ist ein Hybrid aus Traditionellem und Elektronischem, ist beständige Transformation. Er ist Mitbegründer der Pan African Space Station, einer Mischung aus mobiler Radiostation, Rechercheplattform und lebendigem Archiv.

Chuma Sopotela | Ahmed Tobasi

Let’s Talk About Sex: The Beginning of War

© Borut Bucinel

Konzept, Kreation und Performance: Chuma Sopotela, Ahmed Tobasi | Produktionsassistenz und Choreografie: Gregor Luštek | Video, Fotografie und Lichtdesign: Borut Bučinel | Bühnenbild und Sounddesign: Davor Sanvincentič | Produktion: Exodos Ljubljana | Ausführende Produzentin: Nataša Zavolovšek | Produktionsassistenz: Urška Boljkovac | Technische Direktion: Borut Cajnko

 

Reden über Sex ist immer auch Sprechen über Kultur, Herkunft und Religion. Dies wird mehr als deutlich, wenn sich Chuma Sopotela, multidisziplinäre Performancekünstlerin aus Kapstadt und Ahmed Tobasi, palästinensischer Widerstandskämpfer und Mitglied des Freedom Theatre, gemeinsam auf eine Plauderei über sexuelle Erfahrungen und Vorlieben einlassen. Mit wem haben wir Sex und warum? Was geschieht, wenn wir unsere*r Partner*in unsere tiefsten Wünsche und Bedürfnisse offenbaren? Oder einem One-Night-Stand? Oder eine*r Fremden? Es sind humorvolle Anekdoten, die Chuma Sopotela und Ahmed Tobasi mit dem Publikum teilen. Doch trotz seiner Leichtigkeit verhandelt Let’s Talk About Sex: The Beginning of War Wesentliches: welchen Einfluss unser religiöses und/oder kulturelles Milieu auf unsere Wahrnehmung und Erfahrung von Sexualität hat – und auf der anderen Seite, inwiefern Sex unsere religiösen und kulturellen Überzeugungen verändern kann. From Palestine with Love to South Africa.

 

Eine Koproduktion von Zavod EN-KNAP, Qattan Foundation in Zusammenarbeit mit Mediterranean dance centre Svetvinčenat und 1Space production. Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und vom Goethe-Institut.

 

 

08.11. | 19 Uhr | 09.11. | 21 UhrLet's Talk About SexKarten 14 | 7 €

 

 

Chuma Sopotela

 

ist Tänzerin, Puppenspielerin und Performancekünstlerin, die in Kapstadt lebt und arbeitet. Sie gewann zahlreiche Preise im In- und Ausland, ihre Arbeiten sind Teil zahlreicher kollaborativer Prozesse mit unterschiedlichen europäischen Theaterhäusern und -festivals. Sie trat am Royal Shakespeare Courtyard Theatre in London auf, performte auf Einladung der Königin am Königspalast in Amsterdam und spielte für Nelson Mandela an dessen neunzigstem Geburtstag. Chuma Sopotelas Fokus liegt auf multidisziplinären Arbeitsprozessen in der Vernetzung von Afrika, dem Mittleren Osten und Europa.

 

 

Ahmed Tobasi

 

geboren und aufgewachsen in einem palästinensischen Camp für Geflüchtete, schloss sich früh dem bewaffneten Widerstand an und wurde als Siebzehnjähriger inhaftiert. Im Anschluss an den dreijährigen Gefängnisaufenthalt entschied sich Tobasi, fortan Theater als Medium seines Widerstands zu nutzen. Er studierte am Freedom Theatre in Palästina, später in Norwegen am Nordic Black Theatre. Heute ist Tobasi sowohl am Freedom Theater tätig als auch an internationalen Projekten beteiligt, um zu einem komplexeren Narrativ der Palästinensischen Geschichte(n) in der internationalen Wahrnehmung beizutragen. Die Zusammenarbeit mit Künstlern mit den verschiedensten Herkunftsgeschichten wurde für ihn zum Mittel, Arbeiten zu kreieren, die ein breites und diverses Publikum ansprechen und Verständnis fördern sollen.

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