Helge Letonja / Gregory Maqoma

Out of Joint

© Marianne Menke

Tanz: Kossi Sébastien Aholou-Wokawui, Thulisile Binda, Oh Chang Ik, Steven Chauke, Mariko Koh, Phumlani Life Mndebele |  Konzept, Choreografie: Helge Letonja & Gregory Maqoma | Komposition: Serge Weber | Dramaturgie: Anke Euler| Bühne: Helge Letonja, Julia Arroja da Silva | Kostüme: Katja Fritzsche, Keaoleboga Seodigeng | Technische Leitung, Lichtdesign: Timo Reichenberger | Produktionsleitung: Julia Arroja da Silva, Kerstin Witges | Produktionsassistenz: Médoune Seck | Produktion: steptext dance project & Vuyani Dance Theatre | In Koproduktion mit: bremer shakespeare company | Dank an: Theater Bremen, Renate Heitmann, Gert Kramer

 

„We need to be brave. To trust the other is to trust ourselves.“ (Helge Letonja/Gregory Maqoma)

 

Mit ihrem aufrüttelnden Abend stellen sich der Bremer Choreograf Helge Letonja und Gregory Maqoma aus Johannesburg den weltweit „aus den Fugen“ geratenen Gesellschaftsordnungen unserer Zeit. Das transkulturelle Werk spiegelt die Realität global bedrohlich schwankender Machtbalancen. „Im Körper treffen sich alle Menschen“ – mit dieser Überzeugung verzahnen die beiden Künstler ihre zunächst unabhängig entwickelten choreografischen Stränge zu einem Sextett vielsprachiger Ästhetik, vehementer Dichte und physischer Kraft: „We need to be brave. To trust the other is to trust ourselves.“

 

Out of Joint, „aus dem Gelenk“ nimmt mit starken, emotionalen Bildern eine Stimmungslage in den Blick, die zwischen aufstrebendem Populismus und Extremismus, diffusen Ängsten und haltlosem Kapitalismus, Zuschreibungen und Ausgrenzungen taumelt. Glieder suchen Halt, straucheln unter Beschuss der durch Medien verzerrten Realitätsfetzen, pendeln zwischen Versprechungen und bröckelnden Sicherheiten, prallen aufeinander, flirren miteinander, werden zersprengt. Unter treibenden, expressiven Klanggewittern des Tanztheaterkomponisten Serge Weber schreibt sich der Aufruhr individueller wie sozialer Körper im Tanz fort, und ein Aufschrei des Menschen bricht sich Bahn. Seit seiner Uraufführung tourte Out of Joint in Deutschland und nach Südafrika.

 

„Schonungslos wird das Publikum [...] aus der Komfortzone herausgerissen und mit Fragen nach Spreng- und Fliehkräften unserer Zeit konfrontiert. [...] Die während der gesamten Performance gehaltene Spannung entlud sich am Ende in frenetischem Applaus.“ (Kirsten Ammermüller, Kassel, HNA, 16. Januar 2018)

 

„[I]t feels as though some of these gestures and movements should be outlawed. They don’t seem possible – let alone legal or moral.“ (Robyn Sassen, My View, Johannesburg, 19. August 2017)

 

Gefördert durch den Senator für Kultur Bremen und das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktions- und Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder. Unterstützt von der Waldemar Koch Stiftung Bremen, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Fonds Darstellende Künste im Rahmen von HOMEBASE für die Recherchephase zum Projekt.

 

 

 

02.06. | 20 UhrOut of JointKarten 18 € | 10 €

 

03.06. | 20 UhrOut of JointKarten 18 € | 10 €

Helge Letonja | Leitung steptext dance project, Konzept & Choreografie

 

Helge Letonja ist Choreograf, Tänzer, Festivalkurator und Projektentwickler. Er studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz in Amsterdam und New York und tanzte u.a. an der Oper Graz, bei Jan Fabre, Montréal Danse und am Tanztheater Bremen. 1996 gründete er steptext dance project, das seit 2003 seinen festen Sitz in der von ihm mitkonzipierten Schwankhalle Bremen hat, und dessen Künstlerischer Leiter er bis heute ist. Zu seinen jüngsten Aktivitäten und über 40, teils weltweit tourenden Tanzstücken gehören das vier Länder einbindende EU-Projekt KoresponDance Europe 2009-11, das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte europäisch-afrikanische Projekt Home 52° 30’ N 13° 23’ E Elev 37 m 2011/12, die mit der Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste 2011-13 realisierte Tanztrilogie DisPLACING Future und das im Rahmen des Festivals AFRICTIONS 2014 entstandene Boxom. Im selben Jahr wurde er mit steptext vom Fonds Darstellende Künste für den george tabori preis nominiert. Im Juni 2016 hatte er mit Zwei Giraffen tanzen Tango - Bremer Schritte am Theater Bremen Premiere. Seit Gregory Maqomas Gastspiel Blind bei AFRICTIONS ist er mit ihm in kontinuierlichem Austausch. Out of Joint ist die erste Kollaboration der beiden und ihrer Ensembles für eine gemeinsame Choreografie.

www.steptext.de

 

Gregory Maqoma | Leitung Vuyani Dance Theatre, Konzept & Choreografie

 

Gregory Maqoma aus Soweto begann ebendort seine Tanzausbildung und erweiterte sie als Stipendiat bei P.A.R.T.S. – Performing Arts Research and Training Studios unter Anne Teresa De Keersmaeker in Belgien. 1999 gründete er, zunächst als freischaffende Kompanie, das Vuyani Dance Theatre – VDT in Johannesburg. Seit 2003 feste Spielstätte, Produktions- und Ausbildungszentrum für professionellen zeitgenössischen Tanz mit offenen Community-Tanzprogrammen, fokussiert das VDT aktuelle gesellschaftliche Themen. Die international tourenden (Ko-)Produktionen verknüpfen, in Auseinandersetzung mit europäischen Pendants sowie mit panafrikanischer Tanz- und Musik-Kulturgeschichte, urbane Tanzstile und zeitgenössische Ästhetiken. Als VDT-Leiter, gefragter Tänzer und Choreograf arbeitet Maqoma in zahlreichen multinationalen Kollaborationen. U.a. erhielt er 1999 den FNB Vita Choreographer of the Year, 2006 und 2007 den Gauteng MEC Award für seine Rhythm Trilogy und Beauty Trilogy, 2011 den Dance Manyano Choreographer of the Decade Dance Award und 2012 den Tunkie Award für die Förderung der Qualität und Sichtbarkeit der Tanzkunst in Südafrika. Zudem lehrt er an Universitäten in Afrika, Europa und Kalifornien. Er war in der Leitung und als Dozent auf dem Afro-Vibes Festival in den Niederlanden und USA, dem Dance Umbrella Festival in Südafrika, sowie ebendort als Mitglied des künstlerischen Komitees für das National Arts Festival tätig. www.vuyani.co.za

 

Serge Weber | Komposition

 

Der Schweizer Komponist Serge Weber, geboren 1951, zog nach der Ausbildung zum Konzertpianisten und dem Abitur in seiner Geburtsstadt Paris nach Deutschland, erlernte den Orgelbau und studierte Komposition, Kirchenmusik und Dirigieren in Bremen, wo er über den Kapellmeister und Komponisten Graciano Mandozzi zum Theater am Goetheplatz kam. Von hier aus entfaltete sich seine Laufbahn als Musiker, Produzent, Regisseur und vorrangig Komponist von mittlerweile über 400 Werken für Film, Fernsehen, Hörfunk, sowie für Theater- und Tanzproduktionen, die u.a. bundesweit auf renommierten Bühnen, im Burgtheater Wien und dem Landestheater Linz zur Aufführung kamen. Seit 1990 kollaborierte er regelmäßig mit Johann Kresnik und schuf u.a. die Musik für dessen Ulrike Meinhof (Theater Bremen), Rosa Luxemburg (Volksbühne Berlin), Die letzten Tage der Menschheit (Bunker Valentin, Bremen), Peer Gynt  (Salzburger Festspiele 2003) und Die Zehn Gebote (Friedenskirche Bremen). 2010 zeigte das Bremer Theater seine Pop-Oper Dangerous. In den vergangenen Jahren schrieb er mehrere Auftragskompositionen für die Ballettdirektorin und Choreografin des Landestheater Linz Mei Hong Lin, so etwa für Romeo und Julia, nominiert für den Deutschen Theaterpreis. Nach Zwei Giraffen tanzen Tango - Bremer Schritte ist Out of Joint seine zweite Zusammenarbeit mit steptext.

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