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Was bedeutet HochX?

01.03.2016

Auf Behördendeutsch sind wir eine „ensemblefreie Infrastrukturmaßnahme“. Infrastruktur heißt hier allerdings nicht neue Straßen und schnelles Internet, sondern gute Proben- und Aufführungs-bedingungen für Künstlerinnen und Künstler. 1992 hat der Stadtrat beschlossen, eine derartige Einrichtung im Theater in der Entenbachstraße – einem ehemaligen Festsaal der Kolpingjugend – zu schaffen. 23 Jahre lang hat der Theaterverein München e.V. das i-camp / Neues Theater München betrieben, im Herbst 2016 geht dort das HochX an den Start – mit neuem Leitungsteam und neuem Trägerverein, dem Theater und Live Art München e.V.

„Ensemblefrei“ heißt, dass wir unser Haus nicht selbst bespielen, sondern als Spielstätte für andere dienen. Uns interessiert dabei die ganze Bandbreite zeitgenössischer Live-Kunst. Ob Schauspiel, Tanz, Performance, Musik oder Medienkunst: wir wollen regional wie international arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit eröffnen, bei uns unter professionellen Bedingungen ihre Projekte zu verwirklichen und sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wir nehmen den Auftrag, materielle wie immaterielle Infrastruktur für die freie Szene zu schaffen, sehr ernst. München ist ein hartes Pflaster für Kunstschaffende: es ist teuer, es gibt kaum Räume, die Szene leidet unter einem Wahrnehmungsproblem. Umso wichtiger sind also Orte, an denen die Kunst-schaffenden selbst im Zentrum stehen, an denen sie ihre Visionen verwirklichen können, fernab jeglicher kuratorialen oder programmatischen Beschränkungen.

Daher ist das Arbeiten selbst unser Programm: wir wollen transparent machen, wie Kunst entsteht, wie Künstlerinnen und Künstler in der Freien Szene arbeiten, welche Themen und Ästhetiken sie umtreiben. Wir wollen einen lebendigen Ort der Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Positionen schaffen und neue Entwicklungen anstoßen, begleiten, fördern. HochX steht also einerseits für eine Offenheit gegenüber Neuem und Unbekanntem – das X –, andererseits für eine Potenzierung von Möglichkeiten.

Wir wollen einen Diskurs über künstlerisches Arbeiten anstoßen. Ein erster Stein des Anstoßes wird zweifelsohne unser Kommunikationskonzept sein: wir werden in unserem Spielplan bei jeder Produktion die Arbeitsstunden angeben, die eingeflossen sind. Aber anstatt von 16, 256 oder 1024 Stunden zu sprechen, wird es 24, 28 oder 210 heißen. Ihr findet, dass man künstlerisches Arbeiten nicht einfach in schnöde Zahlen übersetzen kann? Wir auch. Willkommen in der Diskussion.

Und was sagt Wikipedia zum Thema Infrastruktur? „Infrastrukturanlagen stellen eine unverzichtbare Basisleistung für eine Gesellschaft dar. Besonders interessant scheinen Infrastrukturinvestitionen aufgrund der Performance-Merkmale zu sein.“ Na bitteschön.

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