< zurück zur Übersicht

 

Das Tanzjahr 2016 bewegt die bayerische Tanzszene: im Rahmen von Transformance CityXChange arbeiten erstmalig 17 Tanzschaffende aus Nürnberg, München, Regensburg und Passau städteübergreifend an künstlerischen Transformationen – vom Ursprungsstück zur Neuinterpretation. Durch die individuelle Auseinandersetzung mit der jeweils fremden Ästhetik treten Tänzerinnen und Tänzer, Choreographinnen und Choreographen miteinander in Dialog. Das Ergebnis: spannende, witzige, ausdrucksstarke Arbeiten.

 

(R) = Regensburg (N) = Nürnberg (P) = Passau (M) = München

 

No Cut

Alexandra Karabelas (R) interpretiert SOFT CUT  von Sabine Glenz (M)

 

Mit Susanna Curtis (Tanz / Sprache / Performance), Nikolas Hau (Bewegung), Kilta Rainprechter  (Tanz / Performance)

 

Alexandra Karabelas erinnert in ihrem neuen Stück an das von Sabine Glenz 2009 geschaffene  Solo Soft Cut. Die Münchner Choreografin hatte es als Teil ihrer Trilogie Liquefy für Stephan Herwig zu Maurice Ravels Pavane pour une infante défunte kreiert.

Gesehen hat Karabelas das Originalsolo nie. Sie wusste nur um das von Glenz bearbeitete Thema  von der Anwesenheit und dem Verschwinden des Körpers und welches persönliche Ereignis das Thema motiviert hatte. Ausgehändigt bekam sie von ihr eine vielteilige Fotoserie, die den Bewegungsablauf abbildete.

Alexandra Karabelas: „Mit dem Verweis auf das Bild und die Vorenthaltung des dokumentierenden Videos hat Sabine nicht nur augenzwinkernd die Flüchtigkeit des Tanzes und konkret ihres Solos mir gegenüber reinszeniert, sondern sie hat auch eine Leerstelle geschaffen, die zu betreten ich als Einladung empfinde, meine eigene Bildersuche in meiner Art in den Versatzstücken fortsetzen zu dürfen. Hierzu gehören der Einsatz von Sprache und die Suche nach einem Narrativ“.

 

FeinStoff

Barbara Bess (N) interpretiert die Papierdialoge von Judith Hummel (M)

 

Interpretation/Performance: Barbara Bess

 

In der Auseinandersetzung mit dem Gedankengut der Münchner Choreografin Judith Hummel zu  ihrer Produktion Papierdialoge interessiert mich das Material Papier als Dokumentations- und  Projektionsfläche von Gedanken, die auftauchen, wenn wir uns bewegen. Gedanken, die sich  verdichten und zu Worten und Sprache werden, die der Körper in Bewegung zu Papier bringt. Am stärksten inspiriert mich an Judith Hummels Gedanken zu den Papierdialogen der Umgang  mit Worten, die während des Arbeitsprozesses auftauchen und sich im Laufe der Zeit zu einer spezifischen Sprache, einem eigenständigen Vokabular verdichten. Wie formuliere ich mein Tun? Welche Worte kehren wieder? Und wie  unmittelbar und offen kann ich meine Wahrnehmung einsetzen, um im Moment zu entscheiden,  was getan, gesagt werden soll?

Wenn bei Hummel der Dialog in der Interaktion von Körper, Papier und Klang zweier Performer definiert ist, möchte ich das Experiment wagen, als Partner im Dialog das Publikum zu aktivieren. Papier soll hier als Spielball und Verbindungselement zwischen Bühne und Zuschauerraum dienen. Das Publikum ist eingeladen, durch simple Handlungen (Werfen, Knüllen, Falten, Reißen, Ziehen,  Gruppieren, Knicken) zu interagieren und so Raum und Wortbild zu verändern.  (Barbara Bess)

 

A love story

Heidi Huber (R) interpretiert two-gether von Anika Weiland (M)

 

mit Anika Weiland, Maximilian Schmid

 

Die Neuinterpretation zeigt sich sowohl in der Erzählperspektive als auch im Wechsel des Genres. Aus einem abstrakten Tanzfragment wird eine Story, aus zeitgenössischem Tanz wird Lyrical Jazz. Anstatt nur auf die Musik einzugehen, geht es hier um Lyrics, Stimme und die feinen Nuancen und  Beats in der Musik, Gesten und Blicke. Zwei Menschen stehen morgens auf und starten in einen weiteren Tag. Ein Blick. Und nichts ist  mehr wie vorher. Heidi Huber erzählt eine stinknormale Liebesgeschichte, wie sie eben so passiert. Ein Stück zum Lachen, Schmunzeln und Dahinschmelzen.

 

I need a man to perform this duet

Ceren Oran (M) interpretiert twO-thello von Susanna Curtis (N)

 

Choreografie/Tanz: Ceren Oran | Tanz: Çağlar Yiğitogullari

 

Die Tanzperformance I need a man to perform this duet von Ceren Oran ist eine Liebesgeschichte, die mit der Suche einer Frau nach einem Lebenspartner beginnt. Nach jemandem, mit  dem man das Leben teilen kann, ein Kind vielleicht, einen gemeinsamen Weg...Es entwickelt sich eine anmutige und zarte Geschichte, die aufgrund der großen Leidenschaft in  Aggressivität und Rohheit umschlägt. „And his unkindness may defeat my life, but never taint my love.“  W Shakespeare , Othello

 

Skándalon. Hölzchen im Schnappmechanismus einer Falle

Stephanie Felber (M) interpretiert Take Me To Church von Heidi Huber (M)

 

Künstl. Leitung, Performerin: Stephanie Felber |  Künstl. Zusammenarbeit, Performer: Nikos Konstantakis

 

Zwei Performer zwingen sich in eine Art Korsett der Verleugnung von Identität und schlüpfen dazu in eine Regenbogenhaut. Durch die Entfremdung des Äußerlichen, in  ihrer Erscheinung und Bewegung, verschleiert sich das  Eindeutige ins Vieldeutige. Stephanie Felber und Nikos Konstantakis brechen queere Codierungen auf und konterkarieren diese. Dabei orientieren  sie sich an bekannten, homosexuell gefärbten Werken der bildenden Kunst und dekonstruieren diese mittels der darstellenden Kunst.

 

branco sujo. Eine schwarz/weiß Malerei

Ludger Lamers (M) interpretiert schwanenfeld von Katrin Hofreiter (R)

 

Künstlerische Gestaltung und Interpretation: Ludger Lamers

 

Ludger Lamers nimmt Katrin Hofreiters Bearbeitung des Balletts  Schwanensee zum Anlass, das Wahre in der Selbstbetrachtung  zu ergründen. Hier wird weder die Geschichte von Siegfried und Odette  erzählt, noch über Verwandlungen berichtet. Das gleichsam Gleiche und Ungleiche von innerer und äußerer Wahrheit und  ihrem Ausdruck zerreißt sich hier in der Musik und Körperbehandlung. Der Besucher fühlt sich jederzeit  konfrontiert mit dem Guten und Bösen, dem Starken und  Schwachen, oder Wahren und Unwahren seiner Selbst.     Dunkles und Helles werden hier nicht verwischt oder vermischt,  sondern behutsam verwoben und in ihren Gegensätzen hervorgehoben.

 

Unter 4 Augen (Arbeitstitel)

Mia Lawrence (M) und Tobias M. Draeger (M) erarbeiten gemeinsam zwei neue Soli auf der Basis ihrer Arbeiten Daily Madness und Under the light, observing

 

Mit Unter 4 Augen (Arbeitstitel) treffen zwei ganz unterschiedliche Choreografen  aufeinander. Zwei Generationen, zwei Geschlechter, zwei ganz unterschiedliche kulturelle Kontexte. Mia Lawrence und Tobias M. Draeger haben sich bislang noch nicht einmal die Stücke des jeweils anderen angesehen; stattdessen haben sie sich intensiv über die Frage „Wer bin ich?“ sowie ihre  Grundeinstellung zum Leben unterhalten und diese in ersten Rauminstallationen erkundet. Behutsam und ohne sich gegenseitig zu limitieren entstehen so nach und nach auf der Grundlage ihrer beiden Ursprungsarbeiten zwei sehr persönliche, diskursive Arbeiten – eben ganz Unter 4  Augen. Die beiden Soli werden zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufgeführt.

 

 

Lu mer (Arbeitstitel)

Sabine Glenz (M) interpretiert Le sceptre et La marotte von Ludger Lamers (M)

 

Idee, Choreografie, Performance: Sabine Glenz

 

Lu Mer (AT) ist ein flüchtig skizziertes Bewegungsporträt des Choreografen und Tänzers Ludger  Lamers. Anhand einer Aufzeichnung seiner Performance Le Sceptre Et La Marotte im Jahr 2009 werden  von Sabine Glenz Fragmente herausgegriffen und choreografisch weitergedacht. In losen Versatzstücken schweift ihre Neuinterpretation immer wieder vom Original ab, begreift  somit das Bestehende als nicht abgeschlossen, sondern als Ausgangspunkt und Impuls für permanente Veränderung.

 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und die Kommunen Nürnberg, Passau und Regensburg sowie den Bezirk Oberbayern.

 

 

 

So15.10.17.00 UhrTransformance CityXChangeKarten15 | 10 €

KONTAKT

NEWSLETTER

PRESSE

SPONSORING

ARCHIV

IMPRESSUM

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Danke, dass Sie sich für unseren Newsletter angemeldet haben!

< zurück zur Übersicht