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Statements zu unserem Start:

Über die Aufgabe, nicht zu kuratieren.

23.05.2016

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Es ist für Publikum und Kunstschaffende eine der ersten Fragen zum Start eines neuen Theaters:
Was wird dort gespielt werden? Wie setzt sich das Programm zusammen?

In der ersten Spielzeit gibt es bei uns einen breit gefächerten Spielplan mit viel Tanz, Musik und Sprechtheater, aber auch Lesungen, Workshops, Musik- und Jam- und Diskursformate.
Die Vorstellungen richten sich damit an sehr viele Publikumskreise: Es gibt Kinder- und Jugendtheater, Avantgarde, Dokumentarisches und und und... Die ganze Bandbreite des freien, professionellen live-Kunst-Schaffens dieser Stadt, so weit wir sie irgend präsentieren können.

Und damit komme ich zum Titel des Textes und die Frage, die dahinter steht: „Wie wählen wir aus?“ Noch vor unserem Start sind wir in der Situation, dass auf jedes Projekt, dass auf den Spielplan gesetzt wird, ungefähr drei nicht auf unsere Bühne kommen. Aber in den allermeisten Fällen, weil die Bewer-bung um Finanzierung bei der Öffentlichen Hand oder bei Stiftungen nicht glückt. Hier wird uns zwar die Entscheidung abgenommen, aber es ist aus zwei Gründen wichtig, all die unvollendeten Projekte zu erwähnen. Erstens: Auch sie sind künstlerische Arbeit, und in vielen Fällen ist es weit mehr als nur schade, dass sie an diesem Punkt zu Ende sein soll. Und zweitens: Die Phase der Konzeptfindung und der Antragstellung ist genau die, in der wir versuchen, den Unterschied zu machen.

Wir wollen während unserer künstlerischen Leitung das HochX zu einem Ort der künstlerischen Arbeit machen. Und die reicht von den ersten Ideenskizzen über die Aufführung bis weit darüber hinaus: zur Dokumentation der Arbeit, zu Gastspielen, zu zukünftigen Projekten. Also sind wir dabei, Kommunikationsstrukturen aufzubauen, die ermöglichen, von Anfang an Kooperationen in Gang zu bringen. Seien das Kooperationen mit anderen Theatern, Dialoge zwischen verschiedenen Produktio-nen, Residency-Programme oder unsere Gespräche mit bestehenden Kollektiven in der Stadt, etwas bei uns zu produzieren. Wenn wir nach unserer Pressekonferenz unser Programm für das nächste Jahr veröffentlichen, werden wir auch die ersten Früchte unserer Kooperationsbestrebungen präsentieren.

Das heißt, unser Ansatz ist es, das Kuratieren – im Sinne einer Auswahl von Arbeiten – zu ersetzen durch ein Initiieren, Bündeln und Verstärken. Manches geht terminlich nicht oder ist mit unseren begrenzten Mitteln nicht darstellbar. Aber darüber hinaus versuchen wir, jede Projektanfrage, die unserem Auftrag entspricht, mindestens als Gesprächseinstieg zu nehmen; zu sehen, was davon umsetzbar ist. Wir wählen letztlich Prozesse aus, nicht Werke oder Personen. Unsere Fragen bei der Diskussion von Projekten lauten nicht: „Ist das gut genug?“ oder „Passt das zu uns?“, sondern „Was ist daran besonders gut?“, „Wozu passt das?“ und dann auch „Wie können wir das deutlich machen?
 So erstellen wir unseren Spielplan als einen fortlaufenden Dialog der Themen und Ästhetiken.
Wo wir auf Kontraste setzen, suchen wir auch die Verknüpfung. Und das im direkten Gespräch mit
den Beteiligten. Bislang sind das die Kunstschaffenden, nach der Eröffnung auch das Publikum.

Wir freuen uns auf eine aufregende Spielzeit 2016/17! Eine Spielzeit voller kreativer Energie, neuen Werken und Menschen und im Normalfall vier Vorstellungen jede Woche. Es wird ein ereignisreiches Jahr werden.